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SAMMLUNG WITTMANN

Im Tongewölbe T25 · Ingolstadt

Pierre-Yves Delannoy – MT6 

28. März 2026 bis 27. Juni 2026

Samstag von 16.00 bis 18.00 Uhr

Ausstellung

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Liebe Kunstfreunde,

Zur Vernissage der Ausstellung von Pierre-Yves Delannoy – MT6

am Samstag, den 28.März 2026 von 16.00 bis 18.00 Uhr laden wir Sie recht herzlich ein.

 

Im Zentrum der Ausstellung steht das Portrait eines Wolfes im Gedenken an MT6 (Male Telemetrie 6), der 2016 von der Polizei

erschossen wurde. Die Militärübungsplätze in Grafenwöhr (Bayern) und Munster (Niedersachsen), wo MT6 geboren wurde, gehören zu den größten der deutschen und amerikanischen Armee in Europa. Inmitten von Leopard-Panzern und Schüssen beherbergt eine reiche Biodiversität Wölfe, Kraniche und Hirschrudel.

Zwischen Mythen, Märchen und Militärgeländen befragt Pierre-Yves Delannoy unsere widersprüchlichen Beziehungen zu diesen Tieren, die je nach Perspektive als Symbole der Biodiversität, raubtierhafter Männlichkeit oder wirtschaftlicher Bedrohung wahrgenommen werden können. Der Werwolf, ein Körper, der überläuft, sich verwandelt und der Kontrolle entzieht, lässt sich als Metapher für einen nicht-normativen, queeren Körper lesen. Auch MT6 verhielt sich nicht so, wie ein Wolf es hätte tun sollen: zu nah an Menschen, eine Abweichung, die ausreichte, seinen Tod zu rechtfertigen. In einer anthropozentrischen und polarisierten Gesellschaft, was sind diese Tiere jenseits ihrer Symbole?

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Pierre-Yves Delannoy (*1995 in Châlons-sur-Marne, Frankreich) sammelt, sucht, sät und lädt ein. Er rollt, zieht, öffnet und kocht.

Er spinnt, schneidet, stickt und filzt.

Wiederholung und Handlung stehen im Mittelpunkt seiner Praxis, mit dem Körper als zentralem Ort: eine bewusste Abkehr von seiner Architekturausbildung, in der der Körper oft abstrahiert wird. Für Delannoy ist das Persönliche politisch, nicht als Theorie, sondern als Arbeitsmethode: Was seinem Körper widerfährt, was er erinnert oder vergisst, trägt stets den Abdruck des Systems, in dem er lebt. Seine Aufmerksamkeit gilt dem, was die Gesellschaft lieber vergisst: Queers, Marginalisierten, Vulnerablen. Indem er mit handwerklichen Techniken arbeitet, die historisch als feminin oder minderwertig kodiert wurden, wie Filzen, Sticken und Häkeln,

erzählt er Geschichten, die nicht vergessen werden sollten. Für ihn ist das Erzählen ein Akt des Widerstands.

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Pierre-Yves studierte Architektur, Bildende Kunst und Performance in Deutschland, Frankreich, Belgien und Chile. 2025 erhielt er den Bayerischen Atelierpreis. Seine Arbeiten wurden im Kunstverein München, der Lothringer Halle 13, dem Kunsthaus Kaufbeuren, dem Haus der Kunst und der Kunsthalle Trier gezeigt, sowie in Paraguay, Mexiko und Belgien.

 

 

Dear art friends,
To the Vernissage of the exhibition of Pierre-Yves Delannoy – MT6

on Saturday, the 28th of March 2026 from 04.00pm to 06.00pm we invite you warmly .

 

At the centre of the exhibition is a portrait of a wolf in memory of MT6 (Male Telemetry 6), shot by the police in 2016. The military training camps of Grafenwöhr (Bayern) and Munster (Niedersachsen), where MT6 was born, are among the largest of the German and American armies in Europe. Amidst the Leopard tanks and gunfire, a rich biodiversity is home to wolves, cranes and herds of deer.

Between myths, tales and military grounds, Pierre-Yves Delannoy questions our contradictory relationships with these animals, which can be perceived as symbols of biodiversity, predatory masculinity or a threat to the economy, depending on one's point of view.

The werewolf, a body that overflows, transforms and escapes control, can be read as a metaphor for a non-normative, queer body. MT6, too, did not behave as a wolf should have: too close to humans, a deviation sufficient to justify his death. In an anthropocentric and polarised society, what are these animals beyond their symbols?

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Pierre-Yves Delannoy (*1995 in Châlons-sur-Marne, France), collects, seeks, sows and invites. He rolls, pulls, opens and cooks.

He spins, cuts, embroiders and felts.

Repetition and action are at the core of his practice, with the body as its central site: a deliberate departure from his architectural training, where the body is often abstracted. For Delannoy, the personal is political is not a theory but a working method: what happens to his body, what he remembers or forgets, always carries the imprint of the system he inhabits. His attention turns to what society prefers to forget: the queers, the marginalised, the vulnerable. By working with craft techniques historically coded as feminine or poor, such as felting, embroidery and crochet, he tells stories that should not be forgotten. For him, storytelling is an act of resistance. 

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Pierre-Yves studied architecture, fine arts and performance in Germany, France, Belgium and Chile. In 2025 he received the Bayerische Atelier Preis. His works have been shown at the Kunstverein München, the Lothringer Halle 13, the Kunsthaus Kaufbeuren, the Haus der Kunst, the Kunsthalle Trier, as well as in Paraguay, Mexico and Belgium.

Exhibited Document Flags

ÖFFNUNGSZEITEN

Besuchen Sie uns.

Jeden Samstag von 16.00 bis 18.00 Uhr

und nach Vereinbarung

per E-Mail jack.wittmann@yahoo.de

oder telefonisch (0151/10028418)

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KONTAKT

Theresienstraße 25 · 85049 Ingolstadt

Telefon 0151 / 10028418

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