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Sophie Erlund

"This house is my Body"

22.02.2014 – 12.04.2014

ʻThe house is broken down piece by piece, layer by layer. The demolition team hacks from all sides at its flesh, removing chunks and leaving wide open gaps. The building sighs as its weary body is slowly decomposing. The strings are celebrating the ephemeral life and warning a new beginning. Desolation fills the space. The gaping holes warm the earth as the flesh sinks and decompose with the reveries of time.ʼ

Sophie Erlund

Sophie Erlund untersucht in ihren Werken Architektur als Analogie zum menschlichen Körper und zur Psyche. Für die Arbeit THIS HOUSE IS MY BODY nahm Erlund über einen Zeitraum von 3 Jahren die Abrissgeräusche von verschiedenen öffentlichen und privaten Gebäuden auf. Unter Zuhilfenahme von Kontaktmikrofonen erfasste sie nicht die akustischen Schwingungen in der Luft, sondern die Vibrationen der Gebäudeteile und erhielt somit sehr gutturale, körperlich wahrnehmbare Geräusche und Töne. Der konzeptuelle Rahmen der Geräuschkulisse baut sich im vierteiligen Formschema einer klassischen Sinfonie auf, das den Zuhörer durch die minimale Narration der Zerstörung eines Gebäudes, den Zusammenbruch eines Körpers, leitet. Nachdem der Zuhörer in das aggressive Motiv der auf das Gebäude einwirkenden Werkzeuge und Maschinen eingeführt wurde, wird er Zeuge des Ächzens und Stöhnens im Gemäuer. Es folgt der langsame Zerfall, bevor die Komposition – eingeleitet vom verstörenden, melodischen Lied der Sägen - mit letztem Atemzug in Stille endet.

 

THIS HOUSE IS MY BODY ist eine 8-Kanal Komposition, die über Richtlautsprecher im leeren Raum präsentiert wird. Diese fokussierten Lautsprecher kreieren durch ihre unterschiedliche Ausrichtung eine akustische Architektur und transportieren somit den Inhalt der Arbeit auch auf formaler Ebene. Die immateriellen Töne werden zur plastischen Ausgangsmasse für eine Skulptur im erweiterten Sinne ihrer Definition. Diese architektonische Soundskulptur führt Erlunds Überlegungen zu dem Konzept einer personifizierten Architektur weiter. Sie kann als Repräsentation eines menschlichen Körpers

interpretiert werden; der Abgesang eines langsam entschwindenden Gebäudes verändert sich in der Wahrnehmung des Zuhörers zu einem Ächzen, als ob er Zeuge des Zusammenbruchs eines menschlichen Körpers wird.

Realisiert in Zusammenarbeit mit PSM, Berlin.

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