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Diango Hernández

„Cambiando“

01.10.2016 - 21.01.2017

Ein Stück Kuba kommt nach Ingolstadt, wenn die neue Ausstellung im Projektraum „Tongewölbe T25“ mit Werken von Diango Hernández eröffnet wird. Dieser Künstler, 1970 in Sancti Spiritus/Kuba geboren und aufgewachsen, kam 2003 mit einem Koffer voller Zeichnungen über Italien nach Deutschland, von wo aus er rasch internationale Bekanntheit erlangte. In seinen Bildern, Objekten und Installationen spricht er uns aber weiterhin aus dem Blickwinkel seines Heimatlandes an.
Einer an Kultur ursprünglich sehr reichen Nation, welche bedeutende Künstler hervorgebracht hat; einem Land, das jedoch aufgrund seiner  jahrzehntelangen Isolation allenfalls über den Tourismus spärliche und nur einseitige Einblicke erlaubt. Diango Hernández durchbricht mit seiner Kunst diese Isolation. Er greift die politische und gesellschaftliche Situation der Menschen in Kuba auf, die ihren Daseinskampf täglich mit den kargen zur Verfügung stehenden Mitteln bestreiten. Alltagsgegenstände wie gebrauchte Möbel und gefundene Haushaltsutensilien, die in seiner Heimat Kuba nur schwer oder gar nicht zu kaufen sind, überführt der Künstler in seinen Arbeiten in eine neue Bedeutung. Daraus sprechen oft Armut, Frustration und Sehnsucht, aber auch Widerstand, Individualität – und Humor.
Der Titel der Ausstellung (cambiando - sich wandelnd) deutet einerseits auf den Prozess der allmählichen Öffnung Kubas hin. Gleichzeitig decken die gezeigten Werke aus deutschen Privatsammlungen exemplarisch eine 10jährige Schaffensphase des Künstlers ab und vermitteln seine während dieser Zeitspanne veränderten Schwerpunkte und Ausdrucksmittel. Früheren Skulpturen stehen Bilder aus den letzten Jahren gegenüber. Farben und Formen seiner „Drop-Paintings“ erinnern an die Hausfassaden von nicht linientreuen Kubanern, die von Parteigängern mit überreifen Früchten beworfen und auf diese Weise gebrandmarkt wurden. In seinen neuesten Bildern treten zudem Wellenmotive auf („Wave-Paintings“), die auf die Sprache der Politik, aber auch auf einzelne Worte, Sätze und ganze Texte Bezug nehmen. Der Künstler schafft damit eine malerische Transformation von Wörtern mit unterschiedlichen Werkmitteln auf unterschiedlichen Materialien.
Die Werke von Diango Hernández eröffnen eine Welt persönlicher Erinnerungen, oftmals voller Melancholie und Poesie, aber auch voll expressiver Kraft. Der Künstler war mit seinen Arbeiten bereits in zahlreichen internationalen Ausstellungsprojekten vertreten; u.a. Biennale di Venezia (2005), Bienal de Sao Paulo (2006), Museum für Gegenwartskunst, Siegen (2009), Haus der Kunst, München (2010), Tate Liverpool  (2010), Hayward Gallery, London (2010), MART, Rovereto (2011), Bienal de La Habana (2015), K21 Kunstsammlung NRW, Düsseldorf (2016), Museum Morsbroich, Leverkusen (2016). Gegenwärtig nimmt er an der Gruppenausstellung „we call it Ludwig“ im Museum Ludwig in Köln teil.
Arnold Lösler


 

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